Polarlichter sind wohl mit unter den beeindruckendsten Naturschauspielen, die auf unserer Erde beobachtet werden können. Es ist der Traum vieler Menschen, diese Himmelserscheinungen einmal mit eigenen Augen zu sehen. Orte, an denen in der nördlichen Hemisphäre Polarlichter zu beobachten sind, gibt es einige. Am leichtesten sind wohl Nord Norwegen und Island zu erreichen. Allerdings muß man hier recht viel Glück haben, daß in der begrenzten Urlaubszeit überhaupt Polarlichter auftauchen und daß der Himmel klar ist. Aber es gibt ein Land, in dem man fast sicher sein kann, die Polarlichter zu sehen: Grönland. Wer heute noch glaubt, Grönland sei nichts weiter als eine karge, felsige, hauptsächlich von Eis bedeckte Insel irgendwo nahe dem Nordpol an dem kaum eine Menschenseele lebt, hat Unrecht. Grönland hat mittlerweile eine recht aktive Tourismusindustrie aufgebaut und immer mehr Menschen reisen dort hin. Hauptsächlich wegen Eisbergen und Polarlichtern. Und natürlich die Kombination aus beidem.

Was genau sind überhaupt Nordlichter?

Nordlichter, wissenschaftlich Aurora Borealis genannt, sind Himmelserscheinungen, die durch von der Sonne ausgestrahlte, elektrisch geladene Partikel ausgelöst werden. Diese Partikel treffen auf die verschiedenen Gase der oberen Erdatmosphäre und regen diese zum leuchten an. Abhängig von der Höhe, in denen die Partikel aus die Gase treffen, erzeugen sie Schleier aus verschiedenen Farben. Und je nördlicher sich der Betrachter befindet, desto häufiger kann er dort die prächtigen Nordlichter beobachten, und kein Land liegt nördlicher als Grönland.

Was ist die beste Zeit, um in Grönland Nordlichter zu beobachten?

Nordlichter treten im Grunde genommen zu jeder Jahreszeit auf. Daß sie tagsüber nicht zu sehen sind, ist logisch. Dummerweise wird es auf Grönland monatelang nicht richtig dunkel. Von daher bleibt für die Polarlichtinteressierten Touristen “nur” das Zeitfenster von September bis Mai, wobei gilt: Je näher an der Wintersonnenwende am 23. Dezember, desto besser, denn dann sind die Nächte sehr lang und tiefschwarz. Die geringe Population Grönlands und die dadurch sehr geringe Lichtverschmutzung, sowie die geringe Wolkendecke, bieten in den Wintermonaten perfekte Voraussetzungen.

Planung einer Polarlichtreise nach Grönland

1. Das richtige Reisefenster planen

Wie schon im vorangegangenen Abschnitt erklärt, gibt es Jahreszeiten, in denen Sie das Nordlicht sehen können (Herbst und Winter) und Jahreszeiten, in denen Sie es nicht können (Frühling und Sommer). Wenn das Ziel Ihrer Reise nach Grönland darin besteht, das Nordlicht zu sehen, sollten Sie Ihre Reise zwischen September und April planen, wobei zu bedenken ist, daß eine Winterreise nach Grönland bei Temperaturen von durchschnittlich -15°C nicht jedermanns Sache ist.

2. Schauen Sie sich die Vorhersagen an und seien Sie flexibel

Die Sonnenaktivität unterliegt starken, zyklischen Schwankungen. Anhand dieser Schwankungen, und der Vorhersage über den Ausbruch sogenannter Flares (das sind massive Auswürfe von Materie, die von der Sonne in den Weltraum geschleudert werden). Diese Vorhersagen werden Weltraumwetter genannt. Eine zuverlässige Weltraumwettervorhersage und die damit zu erwartende Polarlichtprognose findet man zum Beispiel auf Sonnensturm-info.

3. Die richtige Ausrüstung

In Grönland liegen die Durchschnittstemperaturen zwischen 0 ° C im Frühherbst und -15 ° C im tiefen Winter. Das bedeutet, daß man sich zur Polarlichtbeobachtung entsprechen kleiden sollte, um nicht zu erfrieren. Denn egal wie dick die Kleidung ist, ein paar Stunden nachts unter freiem Himmel zu stehen ohne sich groß zu bewegen, saugt Ihnen ganz schnell jegliche Wärme aus den Knochen. Seien Sie darauf vorbereitet. Die meisten Reiseanbieter stellen Listen mit Kleidung bereit, die Ihnen ein paar unangenehme Stunden ersparen können. Auch kann man bei vielen Anbietern vor Ort spezielle, warme Kleidung mieten.

4. Haben Sie Geduld

Sie können Glück haben und direkt in der ersten Nacht die Polarlichter sehen. Das ist aber leider nicht immer der Fall, manchmal muß man stundenlang ausharren, bis das Himmelsspektakel beginnt. Mit viel Pech dauert es sogar ein paar Nächte, bis es dazu kommt. Geduld ist der Schlüssel zu diesem einmaligen Erlebnis. Aber das Warten wird belohnt – Polarlichter erfüllen ausnahmslos jeden, der sie sieht in Ehrfurcht.

Tipps zum Fotografieren von Polarlichtern

Für die Hobbyfotografen unter Ihnen gibt es hier noch ein paar spezielle Tips, damit die Bilder so atemberaubend werden, wie das Naturschauspiel selbst:

  • Bedienen Sie Ihre Kamera im manuellen Modus. Sie müssen die Einstellungen von Hand vornehmen, um die richtige Belichtung für Ihr Foto zu finden.
  • Stellen Sie Ihre ISO auf 1600-3200 ein. Sie benötigen eine hohe Empfindlichkeit (hoher ISO-Wert), um die Farben der Aurora richtig einfangen zu können.
  • Stellen Sie Ihre Blende auf 1,8-3,0 ein. Eine niedrige Blende sorgt dafür, dass Sie genügend Licht in Ihrem Foto einfangen.
  • Stellen Sie die Verschlusszeit auf 15-20 Sekunden ein. Wenn Sie den Verschluss so einstellen, dass er zwischen 15 und 20 Sekunden geöffnet ist, können Sie die Sterne und Nordlichter am eindrucksvollsten einfangen.
  • Verwenden Sie ein Stativ und eine Fernbedienung, und halten Sie zusätzliche Batterien oder Akkus bereit. Mit Stativ und Fernbedienung verwackeln die Bilder nicht bei der langen Verschlusszeit. Außerdem haben in der arktischen Kälte die Batterien eine geringere Leistung.

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