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Titel: Bergamo
Quelle: via Jaroslav Sebov

Norditalien hat viel Kultur, schöne Renaissance-Städte und kulinarische Vielfalt zu bieten. Trotzdem verirren sich wohl 90 Prozent aller Touristen nur in die „Big Three“, Venedig, Florenz und Mailand. Ein Fehler, denn gerade die kleineren Städte und Gemeinden locken mit einer unglaublichen Authentizität und vielen versteckten Kunstschätzen und Perlen. So eine ist auch Bergamo. Direkt an den Ausläufen der Alpen angesiedelt bietet die ehemalige Venezianische Kolonie-Stadt eine faszinierende Altstadt, unglaublich dekorative Kirchen, den typischen Italien-Vibe und traumhafte Aussichten auf ein Berg- und Talpanoramen. Definitiv Wert, einen genauen Blick darauf zu werfen, was man alles an einem Wochenend-Trip in der nordöstlich von Mailand gelegenen 120 000-Einwohner Lombardei-Stadt machen kann.

Hinter den Stadtmauern wartet ein anderes Italien

Wer einen Flug nach Norditalien bucht, landet oft am Flughafen Bergamo. Für viele ist die Stadt jedoch nicht mehr als ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Mailand. Dabei lohnt sich bereits ein kurzer Blick auf die Karte: Nur wenige Kilometer entfernt erhebt sich mit der Città Alta eine historische Altstadt, die seit Jahrhunderten nahezu unverändert über der lombardischen Ebene thront. Nichts Ungewöhnliches für Italien und doch faszinierend, wenn man mal den Aufstieg zu Fuß, oder bei sommerlich heißen Temperaturen, angenehmer, mit der Bergbahn geschafft hat.

Bergamo zählt zu den Orten, die ihren Charakter trotz wachsender Besucherzahlen bewahrt haben. Die von der UNESCO geschützten venezianischen Stadtmauern umschließen ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen, kleinen Plätzen und historischen Gebäuden. Anders als in vielen bekannten italienischen Metropolen bestimmen hier noch immer Einheimische das Stadtbild.

Die Geschichte reicht bis in die Antike zurück. Kelten, Römer und später die Republik Venedig hinterließen ihre Spuren. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Epochen verleiht der Stadt ihren besonderen Reiz. Während unten die moderne Unterstadt pulsiert, scheint die Zeit in der Città Alta oft langsamer zu vergehen.

„Die schönste Piazza Europas“? Das Herz von Bergamo überrascht

Im Mittelpunkt der Altstadt liegt die Piazza Vecchia. Der Platz gilt als gesellschaftliches Zentrum Bergamos und wird von historischen Fassaden, Cafés und dem mittelalterlichen Palazzo della Ragione eingerahmt. Der berühmte Architekt Le Corbusier bezeichnete die Piazza einst sogar als einen der schönsten Plätze Europas.

Nur wenige Schritte entfernt befinden sich gleich mehrere der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die prachtvolle Basilica di Santa Maria Maggiore beeindruckt mit ihrer kunstvollen Ausstattung, während die Colleoni-Kapelle als eines der bekanntesten Renaissance-Bauwerke Norditaliens gilt. Direkt daneben erhebt sich der Dom von Bergamo, der bis heute das religiöse Zentrum der Stadt bildet.

Fotografie Jaroslav Sebov

Wer die Altstadt wirklich erleben möchte, sollte sich jedoch nicht nur auf die bekannten Attraktionen konzentrieren. Oft sind es die versteckten Innenhöfe, kleinen Brunnen und schmalen Gassen, die den größten Eindruck hinterlassen. Hinter nahezu jeder Ecke eröffnet sich ein neuer Blick auf die Dächer der Stadt oder die Ausläufer der Alpen.

Wenn abends die Glocke 100 Mal läutet

Zu den ungewöhnlichsten Traditionen Bergamos gehört der Campanone, der große Glockenturm der Altstadt. Jeden Abend um 22 Uhr schlägt die Glocke exakt 100 Mal. Früher kündigte dieses Signal das Schließen der Stadttore an und erinnerte die Bewohner daran, rechtzeitig nach Hause zurückzukehren.

Einen besonders schönen Blick auf die Umgebung bietet die historische Standseilbahn. Sie verbindet die Unterstadt mit der Altstadt und gehört seit dem 19. Jahrhundert zum Stadtbild. Noch weiter hinauf führt eine zweite Bahn zum Hügel von San Vigilio, von dem aus sich ein Panorama über Bergamo, die lombardische Ebene und die umliegenden Berge eröffnet.

Auch kulinarisch hat die Stadt einiges zu bieten. In traditionellen Cafés genießen Besucher ihren Espresso zwischen Einheimischen, während kleine Bäckereien und Delikatessengeschäfte regionale Spezialitäten verkaufen. Gerade in den Abendstunden, wenn die meisten Tagesgäste bereits abgereist sind, entfaltet Bergamo seinen besonderen Charme.

Wer Norditalien besucht, sollte deshalb nicht nur an Mailand denken. Bergamo beweist eindrucksvoll, dass einige der schönsten Reiseziele oft direkt vor der Nase liegen.

FAQ zu Bergamo

Wo liegt Bergamo?
Bergamo befindet sich in der Lombardei in Norditalien, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Mailand.

Warum ist Bergamo bekannt?
Vor allem wegen der historischen Altstadt Città Alta und der venezianischen Stadtmauern, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Bergamo?
Ja, allerdings entfaltet die Stadt ihren besonderen Charme besonders am Abend und bei einer Übernachtung.

Was ist die Città Alta?
Die auf einem Hügel gelegene Altstadt von Bergamo mit ihren historischen Gebäuden und engen Gassen.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man nicht verpassen?
Die Piazza Vecchia, die Basilica di Santa Maria Maggiore, die Colleoni-Kapelle und den Campanone.

Was ist der Campanone?
Der historische Glockenturm Bergamos, dessen Glocke jeden Abend 100 Mal läutet.

Wie kommt man in die Altstadt?
Zu Fuß, mit dem Bus oder besonders bequem mit der historischen Standseilbahn.

Ist Bergamo ein guter Ausgangspunkt für weitere Ausflüge?
Ja. Der Comer See, der Iseosee, der Gardasee und Mailand sind von Bergamo aus gut erreichbar.

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